Spielregeln

Pétanque ist eine Boulespielvariante, stammt aus Südfrankreich und wurde vor über 100 Jahren in La Ciotat erfunden. Die Regeln sind denkbar einfach.


Es wird mit Stahlkugeln auf jedem beliebigen Untergrund gespielt.
Sandige Kiesplätze wie sie in Parkanlagen anzutreffen sind eignen sich besonders gut. Der Untergrund sollte nicht zu tief sein, damit die Kugeln rollen können. Unebenheiten hingegen machen das Spiel erst interessant.


Pétanque kann in folgenden Formationen gespielt werden:

Tête à Tête – 2 Einzelspieler mit jeweils 3 Kugeln.
Doublette – 2 Mannschaften à jeweils 2 Spielern. Jeder Spieler hat 3 Kugeln.
Triplette – 2 Mannschaften à jeweils 3 Spielern. Jeder Spieler hat 2 Kugeln.


Der Münzwurf entscheidet, welche Mannschaft beginnt. Ein Spieler dieser Mannschaft zieht auf dem Boden einen Kreis von einem Durchmesser von 35cm – 50cm.


Ein Spieler stellt sich in den Kreis und wirft das Cochonnet (Schweinchen, so wird die kleine Zielkugel aus Holz genannt) in eine Entfernung zwischen 6 und 10 Metern. Die Zielkugel sollte mindestens 1m von einem Hindernis (Baum, Mauer ect.) entfernt sein. Danach versucht ein Spieler dieser Mannschaft eine Kugel so nahe wie möglich an das Cochonnet zu plazieren.


Nun wechselt das Wurfrecht an die andere Mannschaft. Diese spielt so lange ihre Kugeln, bis eine ihrer Kugeln näher an der Zielkugel liegt als diejenige der gegnerischen Mannschaft.
Danach ist die andere Mannschaft wieder an der Reihe.


Eine gutgelegte Kugel des Gegners darf auch weggeschossen werden: z. B. Team A hat eine Kugel sehr nah an das Cochonnet gelegt. Team B schiesst nun diese Kugel weg und hat so die Möglichkeit, ggf. mit der nächsten Kugel besser zu plazieren als Team A.


Die Lage der Zielkugel kann sich während des Spiel verändern (durch Kugelkontakt). Sie muss allerdings immer für alle Spieler sichtbar sein, dh. darf nicht durch ein Hindernis verdeckt sein. Sie darf nicht näher als 3m und nicht weiter entfernt als 20m vom Wurfkreis entfernt liegen. Prallt die Zielkugel gegen ein Hindernis oder verlässt das Spielfeld, muss neu begonnen werden (dieselbe Mannschaft beginnt wieder). Hält nur noch eine Mannschaft ungespielte Kugeln in den Händen, so werden diese als Punkte gezählt.


Erst wenn alle Kugeln gespielt sind, werden die Punkte gezählt. Die Mannschaft, die der Zielkugel am nächsten liegt, erhält einen Punkt. Hat sie sogar 2 oder noch mehr Kugeln näher als der Gegner, bekommt sie 2 oder mehr Punkte. In einer Mène (Durchgang) kann nur eine Mannschaft punkten. Pro Durchgang können maximal 6 Punkte erreicht werden.


Innerhalb der Mannschaft kann die Spielreihenfolge beliebig gewechselt werden. Normalerweise regeln die Spieler einer Mannschaft vor Spielbeginn, wer vorzugsweise für das Legen (Pointeur) und wer für das Schiessen (Tireur) zuständig ist. Der Allrounder im Triplette wird Milieu genannt.


Diejenige Mannschaft, die im letzten Durchgang gepunktet hat, zieht ungefähr an der Stelle wo die Zielkugel lag einen neuen Wurfkreis und hat das Recht, die Zielkugel und die 1. Kugel zu spielen. In dieser neuen Aufnahme wird wieder wie bereits beschrieben verfahren. Immer das Team, das nicht die beste Kugel liegen hat, ist an der Reihe.


Das Spiel ist gewonnen, wenn mit Abschluss einer Aufnahme eine Mannschaft 13 Punkte erreicht hat.


Das vollständige und offizielle internationale Pétanque-Reglement in der deutschen Übersetzung (Januar 2009, Vera Klingelfuss) finden Sie hier.